Wandern auf dem Schweizer Abschnitt der Via Alpina: von Liechtenstein zum Genfersee

Arnaud Delamare
Arnaud Delamare · Sonntag, 25. Januar 2026
Der Schweizer Abschnitt der Via Alpina durchquert das Land in seiner gesamten Breite – von der östlichen Landesgrenze nahe dem österreichischen Tirol und Liechtenstein bis zu den Ufern des Genfersees an der Grenze zu Frankreich. Diese Weitwanderroute ist Teil des internationalen Via-Alpina-Netzwerks, das die Alpen von der Adria bis zum Mittelmeer verbindet, und zählt zu den vollständigsten Alpenquerungen für Wandernde.
In der Schweiz entfaltet sich die Via Alpina als durchgehende Reise durch vielfältige Landschaften und Kulturen. Auf rund 390 km durchquert sie sieben Kantone — St. Gallen, Glarus, Uri, Obwalden, Nidwalden, Bern und Waadt — und führt von den deutschsprachigen Tälern im Osten bis in die französischsprachige Westschweiz. Alpenpässe, Gletschertäler, Alpwiesen und Uferpromenaden wechseln sich ab und schaffen ein ständig wandelndes Landschaftsbild.
Detaillierte Karte Ihrer Reise auf der Schweizer Via Alpina

Vaduz und die Ostalpen

Die Route beginnt bei Vaduz, der Hauptstadt Liechtensteins, eingebettet in das breite Rheintal und vor den Kalkrücken der Ostalpen. Dieser erste Abschnitt führt behutsam in die alpine Welt ein, mit offenen Hängen, weiten Ausblicken und historischen Zeugnissen wie Burgen auf Hügelkuppen und jahrhundertealten Bergbauernhöfen.
Von Vaduz aus führt der Weg westwärts nahtlos in die Schweiz und folgt alten Pfaden, die einst von Bauern, Händlern und Hirten genutzt wurden. Bewaldete Hänge wechseln sich mit offenen Weiden ab, während sich die Aussicht mit zunehmender Höhe stetig erweitert. Ein ruhiger, landschaftlich reizvoller Auftakt, ideal, um den Rhythmus des Weitwanderns zu finden.
Darüber hinaus spiegelt dieser östliche Abschnitt eine tief verwurzelte alpine Kultur wider. Saisonale Alpweiden, Holzhäuser und kleine Bergkapellen erzählen von einer Landschaft, die über Generationen hinweg geprägt wurde. Hier ist die Via Alpina ebenso eine kulturelle wie eine körperliche Reise.

Engstlensee und alpine Wiesen

Weiter westlich erreicht die Route das Hochplateau des Engstlensees, einen markanten Bergsee, umgeben von sanften Graten und grünen Hängen. Das türkisfarbene Wasser bildet einen schönen Kontrast zu den umliegenden Alpwiesen und den felsigen Gipfeln darüber. Ein natürlicher Rastpunkt, der Weite und alpine Ruhe vermittelt.
Die Wiesen rund um den Engstlensee zeigen das klassische Bild der Schweizer Alpen: weidendes Vieh, traditionelle Alphütten und offene Horizonte. Die Wege sind gut markiert und abwechslungsreich, sodass zwischen gemütlichen Höhenwegen und etwas höher gelegenen Traversierungen mit weitem Blick gewählt werden kann.
Dieser Abschnitt eignet sich hervorragend zur Akklimatisierung. Moderate Höhenunterschiede, offenes Gelände und gute Übersicht machen ihn zu einem der angenehmsten hochalpinen Abschnitte der Schweizer Via Alpina.
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Der Engstlensee

Grindelwald und Lauterbrunnen

Tief in den Berner Alpen erreicht die Via Alpina Grindelwald, eindrucksvoll eingerahmt vom legendären Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau. Kaum ein anderer Ort in den Alpen bietet eine derart unmittelbare Nähe zu weltberühmten Gipfeln. Gletscher, senkrechte Felswände und alpine Wälder schaffen eine kraftvolle Hochgebirgsatmosphäre.
Grindelwald ist lebendig und zugleich stark in der alpinen Tradition verwurzelt. Wanderwege führen in alle Richtungen – von aussichtsreichen Panoramawegen bis hin zu anspruchsvolleren Übergängen. Die Via Alpina fügt sich harmonisch in diese Landschaft ein und begleitet Wandernde mit ständigen Blicken auf einige der bekanntesten Berge Europas.
Von Grindelwald führt die Route hinab ins Lauterbrunnental, ein tief eingeschnittenes Gletschertal mit steilen Felswänden. Wasserfälle stürzen aus den Hängetälern herab und verleihen Lauterbrunnen seinen Ruf als eine der spektakulärsten Naturlandschaften der Schweiz. Der Wechsel zwischen hochalpiner Offenheit und geschütztem Talboden ist eindrucksvoll.
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Einer der vielen Wasserfälle im Lauterbrunnental

Oeschinensee und hochalpine Seen

Weiter westlich führt der Weg zum Oeschinensee, einem der bekanntesten Bergseen der Schweiz. Umgeben von steilen Felswänden und oft schneebedeckten Gipfeln spiegeln sich die Berge im tiefblauen Wasser.
Rund um den Oeschinensee eröffnen sich unterschiedliche Perspektiven: ruhige Uferwege, erhöhte Aussichtspunkte und Routen hinauf zu umliegenden Graten. Trotz seiner Beliebtheit finden sich immer wieder stille Orte, an denen die Natur den Ton angibt.
Dieser Abschnitt verdeutlicht eine der großen Stärken der Via Alpina: die Verbindung von dramatischer Hochgebirgslandschaft mit gut ausgebauter Infrastruktur, die alpine Erlebnisse zugänglich macht, ohne an Intensität zu verlieren.
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Der weltberühmte Oeschinensee

Gstaad und das Berner Oberland

Mit dem Verlassen der höchsten Gebirgszüge tritt die Via Alpina in die sanfteren Landschaften des Berner Oberlands ein und steigt allmählich Richtung Gstaad ab. Weite Weiden, bewaldete Hügel und verstreute Dörfer mit traditionellen Holzhäusern prägen das Bild.
Dieser Abschnitt wirkt offen und pastoral. Lange Querungen über Alpwiesen werden von Fernblicken begleitet, während Waldwege Ruhe und Schatten bieten. Es ist ein natürlicher Übergang zwischen Hochalpen und Westschweiz.
Gstaad steht für die Verbindung von alpiner Tradition und gehobenem Komfort. Trotz seiner internationalen Bekanntheit bleibt der Ort eng mit der Berglandwirtschaft verbunden und bietet eine angenehme, stimmungsvolle Etappe entlang der Route.

Montreux und der Genfersee

Die letzten Etappen der Schweizer Via Alpina führen zu den Rochers de Naye oberhalb von Montreux, wo sich weite Ausblicke über den Genfersee und die umliegenden Weinberge eröffnen. Von alpinen Graten aus führt der Weg stetig hinab in eine Landschaft, die von Sonne, Wasser und Terrassen geprägt ist.
Mit sinkender Höhe wird das Klima milder, mediterrane Einflüsse werden spürbar. Weinreben, palmengesäumte Promenaden und Orte am See ersetzen die alpinen Weiden und vermitteln ein starkes Gefühl des Ankommens.
Mit der Ankunft in Montreux endet die Schweizer Alpenquerung – eine Reise, die in den östlichen Bergtälern begann und an einem der großen Seen Europas ihren Abschluss findet.
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Sonnenuntergang an den Rochers de Naye

Warum die Schweizer Via Alpina erwandern?

Die Schweizer Via Alpina ist mehr als nur ein einzelner Wanderweg – sie bietet einen vollständigen Querschnitt durch Landschaften und Kulturen des Landes. Alpenpässe, Gletschertäler, Bergseen, Alplandschaften und Städte am See sind in einer einzigen Route vereint.
Dank des dichten Verkehrsnetzes der Schweiz lässt sich die Route flexibel gestalten. Züge und Seilbahnen ermöglichen Teilstrecken, kürzere Abschnitte oder individuelle Anpassungen je nach Zeit und Interesse.
Mit Easy Trek planen Sie die Via Alpina genau nach Ihren Vorstellungen. Wählen Sie Ihre gewünschten Start- und Zielorte, setzen Sie gezielt Highlights und passen Sie Länge und Schwierigkeit an. Ob vollständige Ost-West-Durchquerung oder regionale Etappe – Easy Trek gestaltet die Via Alpina nach Ihrer Vision.
Arnaud Delamare
Arnaud Delamare

Als Hauptentwickler bei Easy Trek verbinde ich meine Leidenschaft für Technologie mit meiner Liebe zur Natur. Ein Fan von Wanderungen im Jura und Wallis lasse ich mir nie die Gelegenheit entgehen, einen Sonnenuntergang auf einem Gipfel zu genießen. Zwischen Code und atemberaubenden Aussichten verwandle ich jede Idee in ein Erlebnis auf unseren Routen.